Zweite Etappe "Es bleibt feucht"

Direkt nach dem Aufwachen ist die erste Handlung das Öffnen des Fensterladens. Und welche Überaschung, es regnet immer noch. Ein wenig stärker als Gestern noch dazu. Auch die Temperaturen lassen für heute zu wünschen übrig. Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir kurz nach 8 Uhr prompt in die falsche Richtung. Nach ca. 100hm bemerken wir unseren Irrtum und wenden um 180° und fahren kurz danach wieder direkt an der Hütte vorbei. Ein paar Wanderer sind inzwischen auch schon aufgebrochen. Sie laufen quer durchs Tal wir überholen Sie indem wir das Tal umfahren. Da wir noch nicht richtig warmgefahren sind hält sich das Tempo in Grenzen. Erst kurz vor dem ersten Trail des Tages (auch der letzte) sind wir soweit warm. Michael lässt mir den Vortritt und ich "darf" sämtliche hängenden Äste über den Trail mit meinem Helm oder meinen Schultern vom Wasser befreien. So ist es auch kein Wunder, dass ich ziemlich durchnässt am Ende des Pfades am Jakobsstöckli ankomme, während mein " Kollege" nur leicht angefeuchtet ist ;-). Im Anschluss geht es einen Fortsweg hinab ins Tal. Aufgrund des Weges vernichten wir ziemlich schnell viele Höhenmeter. Da ich nur einer Goretexjacke und keine Regenjacke dabei habe bin ich inzwischen total nass. In Zwischenwasser treffen wir dann die Entscheidung Aufgrund des Wetters die Fanes auszulassen und nach Abtei auszuweichen. Damit ersparen wir uns etliche Kilometer in der feuchten Kälte. Dann kurz vor Abtei bemerke ich einen Bus der Lavarella Hütte am Strassenrand stehen. Wir beschliessen den Fahrer zu fragen ob er uns zur Lavarella Hütte mitnehmen kann. Nach kurzem Widerspruch bauen wir unsere Räder auseinander und sitzen kurz danach im warmen, trockenen Bus Richtung Fanes. Zuerst die ca. 15km zurück dann hinauf zum Rifugio Pederü und von dort steil aufwärts zum Rifugio Lavarella. Alles "bequem" und warm im VW-Bus. Etwas beschämt überholen wir dabei andere Biker denen nichts anderes übrig bleibt bei Regen und Kälte den letzten Anstieg in Angriff zu nehmen. Oben angekommen will der Fahrer nur 10 € je Person für den Transfer (welch Schnäppchen oder wie der Schweizer zu sagen pflegt "halbe Gratis"). Wir sind durch das Shuttle bereits um 1/2 2 Uhr oben und haben genug Zeit um unsere Klamotten zu waschen. Hoffentlich sind die bis Morgen trocken! Dann zum Mittagessen Speckknödelsuppe und Bratwurst mit Bratkartoffeln. Michael wählt Gemüsesuppe und Rindsgulasch mit Bratkartoffeln. Da die Wäsche draußen an der feuchten Luft unmöglich bis Morgen trocken wird, hängen wir die Sachen im Zimmer auf. Socken am Fenster, Unterhosen und Socken an der Deckenlampe, noch eine Unterhose an der Bettleuchte. Bikehosen am Waschbecken. Jeder Haken wird benutzt. Am Abend versuche ich noch Kontakt mit Simone aufzunehmen. Nicht im WLAN Raum sondern auf der Toilette ist der beste Empfang. Trotz Abkürzung durch den Shuttlebus gehen wir beide pünktlich vor 22 Uhr ins Bett.