Vierte Etappe "Bikeservice auf Italienisch"

Heute ist um 7.15 Uhr Start, kein Regen aber 0°C. Es geht sofort bergab. Schön, aber leider ist das warmfahren somit schwieriger. Direkt am Rifugio geht es in einen schönen Trail. Zuerst steinig danach über Wiesen. Am Ende noch durch Wald. Da es die letzten Tage extrem viel geregnet hat ist der Trail durchweg matschig. Somit ist der Verschleiß an den Bremsen hoch. Kurz vor dem Talgrund ist ein Bremsenservice notwendig. Die hinteren Beläge sind fix und fertig. Auch die vorderen sind nicht mehr viel wert. Aber diese werden erst später getauscht. Meine Kette lässt mich auch nicht in Ruhe. Im Tal fahren wir an einer Waschanlage vorbei und reinigen spontan unsere Bikes mit dem Hochdruckreiniger (natürlich mit genügend Abstand und ohne direkt in die Lager und auf die Dämpfer zu spühen). Direkt im Anschluss geht es zum Bikeservice eine neue Kette aufziehen lassen. Super schnell und dazu noch günstig. Aber nach ein paar Kilometern springt die Kette schon wieder. Leider sind wir inzwischen schon ein paar Höhenmeter weiter und es wird immer schlechter. Da untersuche ich die Kette und bemerke, daß der Monteur die Kette beim montieren direkt wieder ruiniert hat. Dort wo die Kette genietet wurde laufen beide Glieder nicht (ich Nuss hab sogar noch Trinkgeld gegeben). Ein neuer Bikeservice muss her. Und was für einer wir ausfindig machen. Eigentlich ein Zweiradmechaniker speziell für Vespas. Im Laden sieht es unglaublich aus. Alle Werkbänke sind voll mit Ersatzteilen, Kartons und Schrott. Mein Vertrauen sinkt direkt auf null. Der Lehrling widmet sich meinem Rad und sucht direkt die korrekte Kette heraus. Derweil kommt eine italienische Nonna und bringt Kaffee (italienischen). Platz zum abstellen des Tablets muß erst gemacht werden. Michael frägt die Dame ob Sie uns Wasser geben kann. Leider muß Sie in das Obergeschoss und bei 92 Jahr alten Beinen geht das halt nicht so schnell. Aber am Ende ist die Kette repariert, sorgfältig kontrolliert, Schaltwerk neu eingestellt und sogar bezahlt. Erholt und mit etwas besserer Schaltperformance geht es Richtung Passo Valles. Die letzten 20 km des Tages geht es ausschliesslich auf Asphalt bergauf. Die letzten 5 km fahren wir wieder einmal im Regen. Es wird anstrengend vor allem für die Psyche, erneut im Regen nach oben quälen wieder wird es trotz Anstrengung kühl am Körper. Die Beine werden schwer. Und nach jeder Kurve ist immer noch nicht das Etappenziel in Sicht. Dann schliesslich über der Baumgrenze sehen wir nach einigen Kurven den Pass und die dazugehörige Pension. Etwas verfroren kommen wir oben an. "Versorgen" unsere Bikes und gehen direkt heiß duschen. Das Essen ist im Vergleich zu Gestern eine herbe Enttäuschung. Ein labriges Stück Fleisch zerkochte Nudeln und ein Salat der nach nichts schmeckt. Das ganze für den gleichen Preis wie Tags zuvor. Trotzdem gibt es einen Lichtblick. Das Wetter soll ab Morgen deutlich besser werden.