Fünfte Etappe "Die Sonne ist da"

Start ist wie bisher immer kurz vor 8 Uhr. Zu Beginn werden erst mal 500hm vernichtet. Mit bis zu 60 km/h rasen wir bergab. In einer Kurve, kurz ein Schreckmoment, durch eine Kuhherde ist die Strasse mit Fladen nur so übersäät. Wie auf Schmierseife gehts ums Eck. Puh gerade noch mal gut gegangen. Dann ab ins Naturschutzgebiet von Val Venegia und hoch zum Passo Rolle. Das alles mit Sonne über unseren Köpfen. Gigantische Bergwelt rings um uns die wir Heute zum ersten mal richtig sehen und genießen können. Auf Wegen mit 10% Steigung kennen wir uns inzwischen gut aus. Nur grober Schotter macht ein Schieben notwendig. Nach ca. 1 h einsamen Radeln und schieben erreichen wir die Passhöhe. Danach fahren wir zügig über Schotterwege ab. Nach einer engen Kurve der nächste Schock. Hunderte von Spaziergänger mitten auf dem Weg. Nur eine Vollbremsung kann schlimmeres verhindern. Von Bussen hergekarrt schleppen sich die Einheimischen den Berg hoch. Im Slalom geht es nun viel gemächlicher weiter bergab bis wir schliesslich in San Martino unser Mittagessen einnehmen. Gerstensuppe mit reichlich Apfelschorle soll uns die verloren gegangene Flüssigkeit ersetzen. Dann noch einmal den Berg hoch und über einen verblockten Trail ins Val Tognela hinab. Hier kann Michael zum ersten mal sein neues Bike wirklich nutzen (160mm Federweg sei dank). Später in einer Mühle nehmen wir unsere kleine Zwischenmahlzeit ein. Die Bedienung ist sichtlich anhand der Größe unserer Bestellung überfordert. Wir wollen immerhin jeder einen Toast und ein Apfelschorle. Das dauert, ich möchte nicht wissen wie lange es geht wenn die anderen 3 Tische auch noch belegt wären. Irgendwann kommen wir doch noch weg und fahren die letzten Kilometer bis nach Coaria. Von dort geht es den letzten Anstieg des Tages hinauf zum Rifugio Refavaie. Dort dann die Überaschung statt im schönen Zimmer wie auf der Homepage werden wir in ein ca. 1,5m hohes Loch gesteckt. Die Steckdosen fallen aus der Wand. Alles ist schmuddelig. Die Dusche ist eine alte Badewanne, in der man unmöglich stehen kann. Wenigstens ist die Matratze "unbewohnt". Dann beim Essen gibt es keine Überaschung, es ist genauso schlecht wie das Zimmer. Auch das Frühstück ist italienisch. Toast und Brot einzeln abgepackt. Wenigstens ist der Kaffee gut. Die Rechnung fällt trotz Verhandlung genau so hoch aus wie wenn wir im Haupthaus in einem Zimmer mit Du/WC geschlafen hätten.