Dritte Etappe "Erste Sonnenstrahlen"

Wie immer sind wir eine der Ersten, die in den Tag starten. Heute sitzen wir bereits um 7.30 Uhr auf unseren Sätteln. Bis zur Fanesalpe ist es mit dem Bike kein Problem. Dann geht es steil hinauf auf groben Schotter zum Limojoch. Hier quäle ich mich zu Beginn noch fahrend hinauf aber dieses Unterfangen beende ich nach ein paar Minuten. Zum ersten mal in dieser Woche regnet es nicht schon zum Etappenstart. Blau weißer Himmel empfängt uns früh am Morgen. Oben angekommen erwartet uns ein Schottertrail von erster Güte. Auf groben Geröll geht es steil bergab an den Fanes Wasserfällen vorbei bis nach Cortina. Mitten in die Zivilisation und nicht nur das. Ab, mitten in die High Society Italiens. In der Fußgängerzone heißt es eindeutig sehen und gesehen werden. Scheinbar solvente "mittelalterliche" Männer schlendern mit "zu" jungen Damen am Arm und "zu" kleinen Hunden auf dem Arm durch die City. Wir mit unseren Bikes und matschigen Klamotten fühlen uns leicht deplatziert. Schnell noch einen Bäcker gesucht, das ist zwischen den ganzen Juwelieren, Pelzgeschäften und Bars gar nicht so leicht. Im Anschluss gestärkt den letzten Pass des Tages in Angriff genommen, 1200hm am Stück. Während der Auffahrt habe ich schon leichte Probleme mit der Schaltung festgestellt. Die umso weiter wir hinauftreten immer größer werden. Dann bei genauem untersuchen der Kette erkennen wir ein festes Kettenglied das wahrscheinlich durch Steinschlag beim heutigen Downhill von der Fanes entstanden ist. Das ausbauen des Gliedes erweist sich als nicht ganz einfach. Das Kettenschloss lässt sich mit unserer Zange unmöglich fixieren. Ein Besuch in einer Gaststätte bringt uns zu einer Wapuza. Die Kette scheint repariert. Am letzten Teil zum 5 Torri hinauf ärgert mich die Kette doch wieder ein wenig mehr. Auch 2 Kettenglieder neben dem Kettenschloss laufen nicht einwandfrei aber ein weiteres Kettenschloss haben wir nicht mehr zur Verfügung. Also so gut wie möglich die letzten fahrbaren Meter hinauf. Dann geht es nur schiebend weiter. Die letzten Meter hinauf beginnt es wieder zu regnen und unbarmherzig zu stürmen. Über 2000m Höhe kein Spaß. Dann auf Rivugio Averau ist das Dach der Tour erreicht. 2406m zeigt das Garmin Gerät. Aber sofort hinein erst mal das Zimmer beziehen heiß duschen, Klamotten waschen in der Wäschekammer mit vollem Windeleimer, vorbei am Schuhtrockenschrank mit strengstem Käsegestank (keine Ahnung was schlimmer war). Dann zum Abendessen. Dieses Thema benötigt eine gesonderte Rubrik.