Von der Sattelbergalm zur Flecknerhütte "Warm wirds"

Am Morgen werden wir bereits von Alois dem Wirt der Sattelam vorm übereifrigen Nachbarn gewarnt. Der Forstweg nach oben sei eine Privatstrasse und dürfe nicht befahren werden. Um Ärger zu vermeiden entscheiden wir uns fürs schieben auf dem Wanderweg auf direktem Weg den Berg hinauf. 450 Hm müssen schiebend und tragend überwunden werden. Nach einer happigen Stunde ist die Plagerei zu Ende. Auf dem Gipfel geniessen wir erst einmal die Aussicht Richtung Nordkette nach Innsbruck und in den Süden nach Italien. Stehen wir doch nur 10 m von der Grenze entfernt. Jetzt beginnt eine reine Genusstour auf der Brennergrenzkammstrasse. Zwischen 2000 und 2300 m schlängelt sich der Weg auf 12 km länge am Berg entlang. Auch hier sind wir wieder scheinbar alleine unterwegs. Ausser italienisches Weidevieh und Murmeltiere treffen wir auf den nächsten Kilometern keine Menschenseele. Erst auf der Abfahrt Richtung Gossensass begegnet uns ein einsamer Biker.
In Gossensass wollen wir die erste italienische Pizza geniessen. Unter einer riesigen Brücke der Brennerautobahn fällt das Entspannen auf der Gartenterrasse nicht leicht. Nach der Ruhe des Morgens nun dieses ständige rumpeln der Autos auf der Brücke, naja!
Dann doch wieder schnell aufs Bike Richtung Sterzing und von dort ins Ratschingstal. Auf dem Weg nach Ratschings hinauf frage ich Michael ob sein Tacho auch defekt ist? Oder kann es sein, dass das Thermometer bei Ihm auch 41°C anzeigt? Leider bestätigt er meine 2. Frage. Bei diesen Temperaturen sollten wir eingentlich am Rheinuferpark im heimischen Strandbad im Schatten liegen. Stattdessen quälen wir uns hier den Berg hinauf (gehts noch?).
Durch die Hitze erlauben wir uns 500 Hm einzusparen und nehmen die Seilbahn von Colle zur Rinneralm. Dann geht es wieder mit dem Bike weiter zur Saxneralm. Von dort sind es dann aber immer noch 200 Hm zu Fuss bis zur Flecknerhütte auf dem Jaufenpass unserem nächsten Gastgeber.
An der Flecknerhütte angekommen geniessen wir erst mal die unglaubliche Aussicht ins Passeiertal. Richtung Westen geht der Blick über die Texelgruppe. Auch hier heisst es wieder zuerst den Flüssigkeitshaushalt in Ordnung bringen. Himbeer-, Holunder- und Johannisbeerschorle haben wir inzwischen lieben gelernt.
Am Abend dann ein festliches Menü. Zuerst serviert der Chef einen Teller Spaghetti aglio olio. Danach eine Salatplatte und zum krönenden Abschluss gebratene Kartoffeln mit Speck und Spiegeleier. Beim letzten Gang müssen Michael und ich kapitulieren. Leeressen ist nicht mehr möglich. Nach einem kleinen Verdauungspaziergang ab ins Bett. Morgen soll es auf das Eisjöchl gehen, das bedeutet mindestens 3 Stunden schieben. 53.04 km / 1950 hm - 400 hm der Ratschingsbahn.

Hier gibt es die GPS - Daten.

Gipfelkreuz auf dem Sattelberg. Hinter uns Teile der Nordkette bei Innsbruck.