Fazit "Alpencross nie wieder?"

Wer weiss? Der Wunsch, die Alpen komplett mit dem Rad zu durchqueren war gross. Die lange Planung über ein halbes Jahr machte die Vorfreude immer grösser. Als es dann endlich losging war die Angst zu wenig trainiert zu haben auch präsent. Am zweiten Tag dann aber die Entwarnung. Fit genug waren wir beide. Die schönsten Etappen sind eindeutig in Österreich und in Südtirol. Auch ist es erstaunlich wie schnell man bei einer Transalp "abschalten" kann. Bereits am dritten Tag kam es uns beiden so vor, wie wenn wir schon über eine Woche unterwegs wären. Entspannung pur. Wunderschön waren die Steinböcke auf dem Eisjöchle, die unzähligen Murmeltiere entlang der Strecke. Beeindruckend der Hintertuxer Gletscher und die schroffe Bergwelt in der Texelgruppe bei der Stettiner Hütte.
Das Wetter im Vergleich zu 2010 war deutlich besser aber doch etwas zu heiss. Die Routenlänge war perfekt. Längere Etappen mit mehr Höhenmeter wären bei der Hitze schwer machbar gewesen.
Täglich haben wir während des bikens ca. 6 - 8 Liter Flüssigkeit zu uns genommen. Die Getränke am Abend nicht eingerechnet. Jeden Tag ca. 1 - 2 Müsliriegel und 1 Gelpack. Fast jeden Morgen um 10 - 11 Uhr gab es Suppe (und ich bin kein Suppenfan). 2 warme Mahlzeiten waren nötig um die verbrauchten Kalorien wieder aufzufüllen.
Spätestens um 8 Uhr sassen wir auf unseren Bikes. Mindestens 6 Stunden pedalieren war nötig um die Etappenziele zu erreichen. Die Etappenziele waren alle auf Ihre Art speziell. Die Sattelbergalm durch den Hot-Pot. Die Flecknerhütte am Jaufenpass war kulinarisch ein Hochgenuss. Die Stettiner Hütte bestach durch die Höhenlage. Das Hotel Garni Elisabeth in St. Gertraud durch die Besitzerin und das Rifugio Graffer durch "keine Ahnung!"  
Schlafen war trotz meines Partners, der jeden Abend "die Säge auspackte" kein Problem. Auch war die Stimmung während der Fahrt stets fröhlich, locker und entspannt. Der Spass kam auch nicht zu kurz, zu lachen gab es immer wieder. Von Stürzen blieben wir beide verschont.
Dass wir mit den Bergbahnen und dem Bus Etappen abkürzten war nicht nur der Hitze zuzuschreiben. Es sollte ja auch für uns Biker noch Urlaub sein und keine Selbstgeisselung.
Von grossen und schwerwiegenden Defekten wurden wir wieder verschont. Bremsbeläge getauscht und mein Hinterrad zentriert. Mein Garmin Etrex hat inzwischen einen Wackelkontakt (zum Glück hatten wir auch Karten dabei) und mein neuer Tacho von VDO hat schon zu Beginn der Tour den Dienst quittiert. Verluste: "Zwei" Trinkflaschen aus Michaels Rucksack.

Ob ich noch einen Zweiten Alpencross mache weiss ich noch nicht. Bis jetzt denke ich eher nein, ob kein "Finisher" hin oder her. 
Da das Biken in den Vorarlberger Alpen oder in Graubünden mehr Spass macht als nördlich des Gardasees werden wir stattdessen in der Zukunft lieber ein paar Tage in den Ostalpen bleiben und einzelne Tagesetappen durchführen. 

Danke Michael für die tolle Begleitung. Ich hoffe, dass wir noch viele gemeinsame Touren hier in der Region oder in den Alpen durchführen können.

Am Ende möchte ich mich noch bei Simone und Emma bedanken, die wiederum im Sommer auf mich eine Woche verzichtet haben. Kurz vor dem Alpencross war ich auch sichtlich angespannt.

DANKE!