Die letzte Etappe

Letzter Tourtag. Heute haben wir unsere längste Etappe zu bewältigen.Vom Engadin bis nach Meran. Nach einer rasanten Abfahrt von Vna nach Sur En beginnt der Aufstieg ins Val d´Uina. Herrliches Spätsommerwetter begleitet uns am letzten Tag. Merkt man doch auch dass wir bereits einige Kilometer Richtung Süden geradelt sind. Der Aufstieg zur Sesvennahütte ist das Schönste was ich bis jetzt auf dem Bike erlebt habe. Zu Beginn noch nicht wirklich spektakulär aber mit jedem Höhenmeter den man erklimmt kann man schon erahnen was einen erwartet. Erst im Wald an einem Bach entlang, später dann auf einem steiler werdendem Schotterweg stetig bergauf bis nach Uina Dadaint. Schon dort ist die faszinierende Schlucht zu sehen. Weiter hinauf zur Baumgrenze und dann zu  Fuss durch die Galerie. Fahren wäre teilweise zwar möglich, nur ist das Risiko, tödlich zu verunglücken doch zu hoch. Aus diesem Grund ist die Passage nur schiebend erlaubt. Aber das stört auch nicht weiter, weil man so die Landschaft besser geniessen kann. Schroffe Felswände, Schnee im Talgrund, der rauschende Uinabach, von oben blauer Himmel. Alles war perfekt. Am Talende dann die nächste Überaschung. Plötzlich weitet sich das Tal zu einer Hochebene. Auf einem flowigen Trail geht es Richtung Sesvennahütte. Zwischen grünen Wiesen und unmengen von Murmeltieren fahren wir an der Alten Pforzheimer Hütte vorbei, um unsere letzte Rast in den Bergen zu machen. Nach einem ausgiebigen Mittagsmahl geht es ab jetzt nur noch bergab in den Vinschgau. Etwa 70 km Abfahrt liegen vor uns. Aber immer im Vinschgau, egal aus welcher Richtung man kommt. Es erwartet einen immer Gegenwind. Nach einem kurzen Stop in Glurns (nein kein Cappuccino) geht es weiter nach Naturns. Dort gönnen wir uns noch einen riesigen Eisbecher um die letzen Kilometer nach Schenna gestärkt in Angriff zu nehmen. 300 hm sind ja eigendlich gar nicht erwähnenswert. Aber wenn man bereits 95 km in den Beinen hat kann so ein Aufstieg bei über 30°C einem schon den Rest geben. Erschöpft aber glücklich erreichen wir unser Hotel Finkenhof in Schenna. Unsere Frauen und meine Tochter liegen entspannt am Hotelpool und sind sichtlich erstaunt uns jetzt so früh am Mittag hier zu sehen. Der Empfang fällt aber umso stürmischer aus (97.62 km / 1753 hm).

Val d´Uina, Blick zurück.